Mitfahrportal für PendlerInnen in der Technologieregion Karlsruhe

Mitfahrportal für PendlerInnen in der Technologieregion Karlsruhe

Interfraktioneller Antrag der GRÜNEN Gemeinderatsfraktion, KULT-Fraktion und Die Linke

  1. Die Stadt Karlsruhe organisiert mit ihren Partnern aus der regionalen Mobilitätsszene ein Mitfahrportal für PendlerInnen in der Technologieregion.
    Das Portal soll das Zusammenfinden von PendlerInnen in Fahrgemeinschaften unterstützen. Zudem wird auf dem Portal über Alternativen zu Pkw-Fahrten informiert, auch in Echtzeit mit ÖPNV-Daten und Straßenverkehrsbelastung.
  2. Die BetreiberInnen des Portals stellen Hindernisse und Mängel für Menschen, die vom Pkw umsteigen wollen, zusammen. Sie versuchen, diese in Partnerschaft mit den großen Unternehmen in der Region zu beseitigen.
  3. Die Stadtverwaltung sucht nach Fördermöglichkeiten, z. B. im Zusammenhang mit RegioMOVE.

Sachverhalt / Begründung:

Täglich sind tausende PendlerInnen in der Technologieregion unterwegs, die meisten mit dem Fahrziel „Oberzentrum Karlsruhe“. Mit smarter Technik und passender Anreizsetzung könnte der Pkw-Verkehr in den Morgen- und Abendspitzen effizienter gesteuert und verringert werden. Zentrales Ziel eines zukünftigen Mitfahrportals ist die Koordinierung, Bündelung und Flexibilisierung der täglichen Pendlerfahrten. Ein Ziel wäre beispielsweise der Rückgang der PendlerInnenfahrten über die Rheinbrücke um etwa 1.000 Fahrzeuge/Tag, um damit die Stockungen im Verkehr in der Morgenspitze aufzulösen. Die aus dem Portal entstehenden Synergieeffekte könnten die nachhaltige Mobilität in der Technologieregion Karlsruhe stärken.

Als Vorbild dient das Mitfahrportal der Region Stuttgart. Dieses ermöglicht den 15.000 Beschäftigten von Stadt und Land, sich zukünftig via Smartphone und PC in Fahrgemeinschaften vernetzen und organisieren zu können.

Die Stadt Karlsruhe, eine „Smart City“, fördert unter dem Stichwort SmartMobility eine intelligente Nutzung vorhandener Verkehrsinfrastruktur sowie die Schaffung neuer zukunftsweisender Strukturen. Mit dem vorhandenen Know-how der TreiberInnen der Mobilitätsangebote in der Technologieregion soll das Mitfahr­portal aufgebaut werden. Die AntragstellerInnen sehen daher insbe­sondere die Möglichkeit einer Kooperation mit den Trägern des RegioMOVE-Projektes, welche entsprechend geprüft werden sollte. Im Sinne des Haushaltsstabilisierungs­prozesses sollten die Kosten überschaubar bleiben. Daher muss eine (Teil-) Finanzierung des Portals durch private GeldgeberInnen/ UnterstützerInnen geprüft sowie nach weiteren, auch staatlichen Fördermöglichkeiten gesucht werden. Als technische Basis bietet sich aus Sicht der AntragstellerInnen das vorhandene regionale Mobilitätsportal mit seiner App an.

Damit das neue/erweiterte Portal einen deutlichen Mehrwert bietet, soll es den NutzerInnen, abhängig von der aktuellen Verkehrslage, besonders geeignete Verkehrsmittel vorschlagen. Dabei sollten die Schnittstellen zu den Daten, auf denen das Portal basiert, offen gestaltet werden. Dies macht es möglich, die vorhandenen Daten mit weiteren Informationen, auch von privaten Anbietern, zu verknüpfen. Durch das Einbinden von privatem Know-how lässt sich zudem unter Umständen die Zugänglichkeit oder die Darstellung (in Apps auf Smartphones, Tablets etc.) z.B. speziell für behinderte Menschen verbessern.

Nachhaltige, smarte Mobilität bedeutet weniger individuell gefahrene Autokilometer. Nachhaltige Mobilität geht nur mit weniger Auto-km; der (Berufspend­lerInnen-) Verkehr muss seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Damit dies funktionieren kann, bedarf es eines intermodalen Verkehrskonzepts und den entsprechenden mobilen sowie kreativen Anwendungen. Das Mitfahrportal ist dafür ein weiterer Baustein in der Technologieregion Karlsruhe.

Unterzeichnet von:

Bettina Lisbach          Johannes Honné             (GRÜNE)

Lüppo Cramer            Dr. Eberhard Fischer (KULT-Fraktion)

Niko Fostiropoulos    Sabine Zürn          (Die Linke)

Antragsverlauf

26.10.2015
Antrag
24.11.2015
Stellungnahme der Verwaltung
24.11.2015
Beschluss des Gemeinderates
Antrag ohne Abstimmung erledigt