Fahrradfreundliche Stadt benötigt passende Abstellmöglichkeiten

Fahrradfreundliche Stadt benötigt passende Abstellmöglichkeiten

Stadtverwaltung greift KULT-Idee nach Fahrradabstellplätzen in City-Parkhäusern auf

16. April 2019

Der aktuelle Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) bestätigt, was Radfahrende in Karlsruhe täglich erfahren: es läuft beim Thema Radverkehr noch nicht alles rund, es quietscht und knarzt an vielen Ecken. Wesentliche Kritikpunkte der Fahrradfahrenden an der städtischen Infrastruktur: der Mangel an geeigneten Abstellmöglichkeiten und die damit verbundene hohe Anzahl von Fahrraddiebstählen.

Bereits im Mai 2015 beantragte KULT, dass die Stadtverwaltung das Konzept für Fahrradstellplätze im Innenstadtbereich deutlich erweitert. Seitdem hat sich wenig getan, auch aufgrund der anhaltenden Auswirkungen der Bauarbeiten der Kombilösung. Doch jetzt scheint die Verwaltung die KULT-Idee nach sicheren Fahrradabstellplätzen, insbesondere in innerstädtischen Parkhäusern wie in der Kreuzstraße, anzugehen. Stadtrat Michael Haug (KAL) erläutert: „Zu einer Fahrrad-Großstadt gehören diebstahlsichere Park- und Unterstellmöglichkeiten für alle Arten von Fahrrädern, einschließlich Anhänger und dazugehöriges Gepäck.“ Bei dem anhaltenden Zuwachs des Radverkehrs in Karlsruhe werde dieser Bedarf noch weiter ansteigen. Haug erinnert an die stetig wachsende Zahl von Fahrradgespannen, Lastenrädern oder Pedelecs: „Deren derzeitig noch schwierige Park- und Abstellsituation bedingen ein erweitertes Fahrradparkplatzkonzept, vor allem in der Innenstadt.“

KULT-Stadtrat Uwe Lancier (Piraten) empfiehlt, bei der zukünftigen Planung von Fahrradparkplätzen noch stärker die unterschiedlichen Bedürfnisse der Radfahrenden zu berücksichtigen: „Fahrradfahrende, die sich länger in der Stadt aufhalten, brauchen Parkplätze in Parkhäusern oder in Fahrradboxen.“ Lancier sieht gerade bei Berufspendlern und Touristen den Bedarf für Möglichkeiten zur Gepäckaufbewahrung, wie in der Fahrradstation am Hauptbahnhof Süd bereits erfolgreich umgesetzt. „Ein Rad hat nun mal keinen abschließbaren Kofferraum.“ Und die Benutzer eines elektrisch unterstützten Rads bräuchten Abstellplätze mit Ladegerät. „Es geht uns um sichere und fahrradfahrerfreundliche Abstellmöglichkeiten. Besonders geeignet sind Parkhäuser in der Innenstadt, beispielsweise in der Kreuzstraße.“

Die bestehenden Abstellplätze in der Innenstadt sollen aus Sicht von KULT für den erweiterten Bedarf ausgebaut und deutlich sichtbar ausgewiesen werden. Auch wegen des wilden Abstellens von Rädern: Besonders in den stark frequentierten Bereichen ist ein vermehrtes Wildparken zu beobachten. „Den Radelnden dafür die Schuld zu geben ist zu simpel: Manches Auto steht im Weg, wo Parkhäuser zu nutzen beispielsweise zu unbequem schien, aber für Fahrräder gibt’s eine solche Möglichkeit in Karlsruhe erst gar nicht!“, ärgert sich Lancier. Hier erhofft sich die KULT-Fraktion, zum einen durch die verstärkte Zusammenarbeit von Geschäftsleuten und Hausbesitzern und zum anderen durch eine verbesserte Kennzeichnung der Fahrradparkplätze eine Entspannung zu erreichen.

Beitragsbild: KULT-Fraktion

1 comment

  1. Josef Kunz - Antworten

    Die Bauarbeiten der Kombilösung verhindern z.B. einen überdachten Fahrradabstellplatz an wenigstens einem der Hallenbäder? Ich sehe hier eher aktives Wegschauen als Hauptursache. Im vermehrten Aufblitzen von rot markierten Fahrradflächen im Zusammenhang mit der Kombilösung kann ich bestenfalls Aktionismus erkennen, wahrscheinlicher und schlimmer steckt guter Wille dahinter, der bekannter Massen das Gegenteil von gut gemacht ist. Irgend eine Form von Konzept ist darin jedenfalls nirgends erkennbar.

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