PIA-Ausbildung: KULT lehnt faktische Reduzierung des Personalschlüssels in Kitas ab

KULT lehnt faktische Reduzierung des Personalschlüssels in Kitas ab

Städtisch bezuschusste PIA-Plätze dürfen nicht angerechnet werden

04. Februar 2019

Die KULT-Fraktion wird in der kommenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Mittwoch, den 6. Februar 2019, die geplante Anpassung der Förderungsmodalitäten von städtisch bezuschussten Plätzen der praxisintegrierten Ausbildung von Erziehungskräften (PIA) ablehnen.

Mit der geplanten Anpassung der Förderungsmodalitäten plant die Stadtverwaltung, die PIA-Auszubildenden im zweiten und dritten Ausbildungsjahr auf den Stellenschlüssel des Personals vor Ort anzurechnen. Max Braun (Die PARTEI), sozialpolitischer Sprecher der KULT-Fraktion, erläutert die Brisanz: „Durch den Wechsel von Theorie- und Praxisphase während der PIA-Ausbildung wird das auf den Stellenschlüssel angerechnete Personal immer wieder in den Kitas vor Ort fehlen.“ Fraktionsvorsitzender Lüppo Cramer (KAL) ergänzt: „Die durch PIA-Auszubildende belegten Stellenanteile in einem Kita-Team können dann nicht mehr mit erfahrenen Fachkräften besetzt werden.“ Leidtragende werden die Kinder, Erziehungskräfte und kleine Träger oder Kitas sein, sind sich die KULT-Stadträte sicher.

 Im März 2018 hat der Gemeinderat mit den Stimmen der KULT-Fraktion beschlossen, die PIA-Ausbildung auszuweiten und intensiver zu fördern. Mit einer deutlichen Erhöhung der PIA-Plätze sollte dem steigenden Fachkräftemangel an Karlsruher Kindertageseinrichtungen entgegengearbeitet werden. Dieses Ziel werde aus Sicht der KULT-Fraktion mit den aktuellen Planungen der Stadtverwaltung konterkariert. „Ziel war es, die Ausbildung von pädagogischen Fachkräften durch Bezahlung und Praxisnähe attraktiver zu gestalten und dringend benötigtes Fachpersonal dauerhaft zu gewinnen“, so Braun. Jetzt entstünde der Eindruck, die Stadtverwaltung möchte Kosten sparen und fehlende Personalstellen mit Auszubildenden auffüllen. Cramer hierzu: „Die Karlsruher PIA-Ausbildung ist ein Erfolgsmodell. Wir brauchen mehr gut ausgebildete pädagogische Fachkräfte und müssen für die freien Träger Anreize setzen, die Ausbildungsbereitschaft zu erhöhen. Dass die Stadt hier jetzt versucht Kosten einzusparen, können wir absolut nicht nachvollziehen.“

Beitragsbild: CC0 License Pexels.com

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