Aberkennung der Ehrenbürgerschaft Paul von Hindenburgs

Aberkennung der Ehrenbürgerschaft Paul von Hindenburgs

Die Stadt Karlsruhe hebt die Ehrenbürgerschaft Paul von Hindenburgs schnellstmöglich auf.

Sachverhalt / Begründung:

Viele der deutschen Städte, in denen Hindenburg zwischen 1915 und 1939 zum Ehrenbürger wurde, haben dieses Privileg posthum, nach Ende des Zweiten Weltkriegs, aberkannt. Es wäre auch für Karlsruhe – gerade im Jubiläumsjahr vom Ende des Ersten Weltkriegs – ein symbolischer Akt, die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen und damit die zeitgemäßen, weltoffenen und demokratischen Werte unserer Stadtgemeinschaft zu bekräftigen.

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Karlsruhe an Paul von Hindenburg im März 1915 geschah unter der Wirkung der Kriegspropaganda, die einen Mythos als Kriegsheld um ihn schuf. Unter Berücksichtigung seines weiteren Wirkens im Ersten Weltkrieg – insbesondere in der Obersten Heeresleitung 1916-1918 –, seiner Miturheberschaft an der Dolchstoßlegende 1918/19, seinem ab 1928 kontinuierlich steigendem Agieren als Reichspräsident gegen die demokratische, parlamentarische Republik und schließlich seiner Machtübergabe an Hitler und die Nazis 1933/34 sowie seiner Mitwirkung am NS-Staat, ist diese Ehrung in unserer heutigen Demokratie unangemessen und aus diesen Gründen zurückzunehmen.

Unterzeichnet von:

Erik Wohlfeil
Max Braun
Lüppo Cramer
Michael Haug
Uwe Lancier

Antragsverlauf

07.11.2018
Antrag
07.11.2018
Ausführlicher historischer Hintergrund zum Antrag
PDF Download
11.12.2018
Stellungnahme der Verwaltung
PDF Download
11.12.2018
Beschluss des Gemeinderates
Beitragsbild: Bundesarchiv, Bild 183-S51620 / CC BY-SA 3.0

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