StadtZeitung: Stahlwand, Straßendamm im Wald: Nein!

Stahlwand, Straßendamm im Wald: Nein!

Die Begriffe vernebeln: „Höherle­gung Hermann-Schneider-Allee“ und „Spundwand um Parkplatz und Gebäude auf Rappenwört“. Die Straße wird nicht nur höhergelegt – der Straßendamm wird vor allem viel breiter. Von einer lichten Kon­struktion wie bei einer Brücke kann keine Rede sein. Und die „Spund­wand“ – das ist ein vier Meter ho­hes Monstrum aus rostigem Stahl, mehr als einen Kilometer lang.

Dabei ließe sich die Infrastruktur auf der Insel Rappenwört auch mit weniger Aufwand schützen und bei großen Hochwassern auf anderen Wegen erreichen. Die Wand könnte man als Wall eng um das Bad und die Kanuvereine ziehen. Für Badpersonal, Verantwortliche der Vereine und die Hochwasser­schützer steht der Rheindamm als Anfahrt zur Verfügung. Privatper­sonen stören ohnehin im seltenen Ernstfall, wenn Wasser Meter hoch im Auwald steht.

Wir von KULT hatten daher einen klaren Antrag gestellt: nein zum 40 Meter breiten Straßendamm. In der Sitzung: keine Mehrheit dafür. Die CDU-Fraktion argumentierte vor der Sitzung per Antrag gegen die lange Eisenwand. Wir wollten deren An­trag zustimmen! Doch in der Sit­zung verließ nicht nur die CDU der Mut. Jetzt soll erst dieses und jenes geprüft werden. Das geht am Ende so aus: Rückzug mit Aussagen der beiden größten Fraktionen „wir müssen halt.“

Dabei gibt es einen erfahrenen Ex­perten: Dr. Bertold Treiber, ehema­liger Baubürgermeister von Rhein­stetten. Der hat Verwaltung und Gemeinderat detailliert vorgerech­net, dass viel seltener Hochwasser die Straße samt Schienen überspü­len als bisher behauptet. Zusätz­licher Kniff: die „ökologischen Flu­tungen“ des Polders früher abbre­chen. Trotzdem keine Zustimmung. Mehr als schade.

Erik Wohlfeil

KULT-Fraktionsvorsitzender

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