StadtZeitung: Autonom im Kopf, nicht auf der Straße

Autonom im Kopf, nicht auf der Straße

Die historische Turmbergbahn in Durlach muss erneuert werden. Doch wie, darüber streiten Bürger und Entscheidungsträger. Wir meinen: Wenn modernisieren, dann technisch Neues prüfen! Mehrere Anträge zu zukunftsfähiger Mobilität kamen schon von KULT: zur E-Flotte der Stadt, zur passenden Infrastruktur und nun der autonome Pendelbus zwischen Endstation Durlach und Turmbergbahn!

Einigen StadträtInnen eilen wir wohl zu forsch Richtung Innovation, wie die jüngste Gemeinderatssitzung zeigte. Aber warum so verzagt? Sollten nicht gerade in Karlsruhe Modernisierung und Forschung Hand in Hand gehen? Unsere Idee hat klare Vorteile: Ein elektrischer Bus, der nach Bedarf autonom zwischen Straba und der Talstation pendelt. Die Turmbergbahn wäre so mit geringem Aufwand und barrierearm in den ÖPNV eingebunden; eventuell mit Bustransport nach ganz oben. Kein Eingriff in den Grünstreifen der Bergbahnstraße mit den prächtigen Magnolien. Kein Unterbrechen der Straße für Fußgänger, Radler und Autos durch Verlängern der Bergbahn!

Der Ortschaftsrat Durlach zeigte sich generell zwar offen, doch solle die Turmbergbahn auf jeden Fall länger werden. Dabei steht die Antwort der Stadtverwaltung im Widerspruch zur Grundidee der Technologieregion. Sie lamentiert lieber, es gebe für die brandneue Technik keine fertige Lösung, statt unseren Prüfauftrag an die VBK als Teil des Testfeld-Konsortiums „Autonomes Fahren“ weiter zu geben. Die VBK selbst sieht noch 10 Jahre bis zum autonomen Fahren. Mit dieser Logik wird unsere Stadt erneut Nachzügler bei der Kernkompetenz Innovation sein. Doch in Bad Birnbach in Oberbayern fährt so ein Bus schon. Im Regelbetrieb.

Uwe Lancier
Stadtrat KULT-Fraktion

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1 comment

  1. Armin Seideneder - Antworten

    Keine Verlängerung der Turmbergbahn

    … weil der autonome Kleinbus für Fahrgäste sicherlich bequemer, das Konzept erheblich intelligenter ist, sogar smart, eine zusätzliche Attraktion: man steigt aus der Straßenbahn direkt in den fahrerlosen Kleinbus um (der auch tatsächlich gleich und nicht erst in 8 Minuten losfährt …), ohne erst noch zu Fuß den Straßenabzweig Grötzingerstraße nach rechts in die Gymnasiumstraße, die B3 und anschließend noch die Bergbahnstraße Süd [jeweils mit einer (bisher zumindest nicht in Phase geschalteten) Ampel (insgesamt also 3 Ampeln)] überqueren zu müssen, er ist mit großem Abstand günstiger und bleibt ohne die gravierenden Einschnitte in die Bergbahnstraße (zumindest die Bergbahnstraße Nord müßte KFZ-Gegenverkehr bewältigen, da sonst die Kastell- und obere Turmbergstr., Am Burgweg und Wolfweg z.B. von der Müllabfuhr nicht mehr erreicht werden können).

    Warum gerade in der „IT-Metropole Karlsruhe“ derart hahnebüchenen Uralt-Konzepten zur Steiß-Geburt verholfen werden muß, bleibt ein Rätsel – es gibt erheblich klügere Varianten und es stünde Karlsruhe gut an, da mal über den Tellerrand hinauszusehen, statt einer Vision von vor 100 Jahren nachzuhecheln, ohne deren Substanz auf Sinnhaftigkeit geprüft zu haben …

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