„Kostenloser Nahverkehr“ – KULT grundsätzlich dafür

„Kostenloser Nahverkehr“ – KULT grundsätzlich dafür

Vorrang hat Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit / „Mittelfristig muss das KVV-Angebot sehr viel günstiger werden“

Karlsruhe, den 16. Februar 2018

Kostenlos Bus und Bahn fahren – der Vorstoß der Bundesregierung unter dem Druck drohender Fahrverbote hat eine bundesweite Diskussion ins Rollen gebracht. Die Kult-Fraktion nimmt zur Karlsruher Situation Stellung: „Seit Jahren arbeiten wir politisch gegen steigende Preise beim Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) – bisher mit wenig Unterstützung!“ Ganz kostenlos werde daher noch Jahre brauchen. „Mehr Nahverkehr neben mehr Fahrrad und mehr Fußgängern ist aber entscheidend für saubere Luft, für weniger Lärm und vor allem für die Energiewende. Spätestens nach den jüngsten Prognosen der Klimaforscher muss auch der GroKo aufgehen: Erdöl in Autos verbrennen ist keine Zukunftsstrategie!“ Daher mache ein kostenloser Nahverkehr auch nur Sinn, wenn die Bundesregierung gleichzeitig auf Straßenneubau – Beispiel zweite Rheinbrücke bei Karlsruhe mit der neuen B 293 – weitestgehend verzichte. „Denn sonst fahren trotz günstiger Preise mehr Pendler mit dem eigenen Pkw zur Arbeit“, zieht Kult Konsequenzen aus den vorliegenden Verkehrsprognosen.

„Zudem werden nur dann mehr Menschen umsteigen, wenn sich neben den Kosten die Zuverlässigkeit und die Qualität des ÖPNV in der Region verbessern“, macht Uwe Lancier (Piraten), Kult-Stadtrat und Aufsichtsrat der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), deutlich. „Dazu richtete meine Fraktion gerade erst eine Anfrage an den KVV – die Antwort im Gemeinderat bestätigt leider: ‚Auch langfristig zu wenig Fahrer für sichere Verbindungen trotz Ausbildungsanstrengung.‘“

Das bedeutet aus Kult-Sicht: Zuerst müssen Kapazität, Takt und Pünktlichkeit besser werden. Lancier: „Zugausfälle, Verspätungen, überfüllte Bahnen ‑ da lässt keiner das Auto stehen, egal wie günstig die Fahrt mit Bus oder Bahn ist.“ Andererseits sei es seit Beginn der U-Strab-Bauarbeiten wegen der längeren Fahrzeiten nicht besonders attraktiv, den ÖPNV in Karlsruhe für kurze City-Strecken zu nutzen. Hier könnten günstigere Tickets sofort helfen. „Bereits 2015 haben wir auf die Einführung eines klassischen, kostengünstigen Ein-Waben-Tickets für den Karlsruher Innenstadtbereich gedrängt“, so Lancier.

Die langfristigen Vorteile eines deutlich günstigeren Nahverkehrsangebots liegen für Kult auf der Hand: mehr Carsharing, die Zahl der privaten Fahrzeuge in den Innenstädten nimmt ab, weniger Parkdruck, Abgasbelastung und Lärm sinken, weniger Unfälle. „Um eine nachhaltige Mobilität grundlegend zu fördern, müssen wir verschiedene Anreize setzen“, erklärt Kult. „Dazu gehören natürlich auch Tarife, die für niemand eine Belastung sind.“ Die Kult-Fraktion wünscht sich daher ausdrücklich, dass aus der aktuellen bundesweit geführten Debatte über die Ausrichtung des ÖPNV eine breite Diskussion auch hier in Karlsruhe erwächst. „Ein deutliches Signal für den dauerhaften Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Fahrrad stände der einst vorbildlichen Nahverkehrsregion gut zu Gesicht.“

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