Geschwisterregelung bei Kinderbetreuung ausweiten!

Geschwisterregelung bei Kinderbetreuung ausweiten!

KULT fordert Betreuungszuschuss auch in der Kindertagespflege

Karlsruhe, den 19. Februar 2018

In einem aktuellen Antrag fordert die KULT-Fraktion, die seit 2009 gültige Kostenerstattung bei Betreuung von Geschwisterkindern in Kitas in gleichem Maße auf die Kindertagespflege auszuweiten. Damit steht KULT nicht allein: „Prima, dass auch die SPD diese Ungerechtigkeit erkannt hat“, freut sich Max Braun (Die PARTEI), sozialpolitischer Sprecher der KULT-Fraktion. Damit nimmt er auf einen gleichen Antrag der SPD-Fraktion Bezug. „Es gibt keine logische Begründung, Kinder in Kitas und bei Tageseltern von öffentlicher Hand finanziell nicht gleich zu unterstützen“, stellt Braun die derzeitige Regelung infrage. „Außerdem geht es Karlsruhe finanziell gut. Das Finanzdezernat soll uns also nicht mit der Antwort ‚aus Kostengründen nicht möglich‘ kommen!“

Die Stadt bilanzierte vergangene Woche den Ausbau der Kita-Plätze als über den Erwartungen liegend gut. „Doch ein systematisches Problem besteht: der chronische Mangel an Erziehern“, fügt KULT-Stadtrat Michael Haug (KAL) an. „Gerade deshalb muss der Gemeinderat das bestehende Tagespflegeangebot als wichtige Ergänzung betrachten. Eltern nehmen das Angebot aber nur an, wenn es genauso finanziell gefördert wird.“ Wer heute für sein zweites Kind keine Kita, sondern eine Tagesmutter oder einen Tagesvater wählt, muss doppelt zahlen. „Das stellt Familien mit mehr als einem Kind vor Probleme: Sie müssen sich zwischen finanziellen Zwängen und dem Besten für das jeweilige Kind entscheiden“, erläutert Haug das Kernproblem.

Dabei sei die Tagespflege ein sehr gutes Angebot – hier sind die Gruppen oft kleiner, die Bindung zuweilen enger. Eine Gleichstellung der Leistung würde es Eltern erlauben, die passende Einrichtung oder Betreuungsperson vor allem nach dem Wohlbefinden und den Bedürfnissen des Kindes zu wähle. „Eine unterschiedliche finanzielle Beteiligung der Stadt ist ungerecht und nicht zu vermitteln“, resümiert Braun. „Wir müssen die Debatte über dieses Thema jetzt führen, damit die Stadt in Zukunft die Mittel bereitstellt – spätestens ab dem kommenden Doppelhaushalt, also ab 2019.“

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Beitragsbild: CC0 License pexels.com