Gegen das Insekten- und Vogelsterben: Blühende Landschaften für Karlsruhe

Gegen das Insekten- und Vogelsterben: Blühende Landschaften für Karlsruhe

Antrag

Die Stadtverwaltung legt dar, welche Maßnahmen die städtischen Fachämter intensivieren und zusätzlich ergreifen können, um dem Insektensterben entgegenzuwirken. Die Maßnahmen werden mit einer Aufwands- bzw. Kostenschätzung sowie einer Effektivitäts- und Effizienz-Einschätzung versehen. Die Fachämter stellen die Ergebnisse im Naturschutzbeirat und im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit (AUG) öffentlich vor.

Insbesondere folgende Maßnahmen sollen geprüft werden:

  • Flächenbewirtschaftung (Mahd und Aussaat) der städtischen Grün­flächen optimieren, z.B. durch mehr Aussaatflächen für Blumenwiesen mit heimischen und standortgerechten Arten
  • Anpassungen in den Ausschreibungen und Richtlinien für die Fremdvergabe der Mahd bzw. Grünflächenpflege
  • Geeignete Insektenhäuser auf öffentlichen Flächen einrichten, pflegen und warten
  • Patenschaften für Blumenwiesen mit Vereinen, Schulen, Kitas oder Privatpersonen vereinbaren
  • Öffentlichkeitsarbeit gegen den privaten Einsatz von Pestiziden, für das private Aufstellen geeigneter Insektenhäuser und das Aussähen bzw. Anpflanzen geeigneter Blütenpflanzen auf privaten Flächen.

Sachverhalt / Begründung:

Die Zahl der Fluginsekten wie Wildbienen, Schmetterlinge, Hummeln usw. ist in Deutschland mit über 75% Verlust in den letzten Jahrzehnten stark rückläufig. Hauptursachen dafür sind der Einsatz von Pestiziden und der Anbau von Monokulturen, insbesondere in der Landwirtschaft. Die Fluginsekten haben viele wichtige Funktionen in unseren Ökosystemen, u.a. als Pflanzenbestäuber und Nahrung für andere Tierarten, z.B. kleine Vogelarten. Sollte sich der Trend der letzten Jahrzehnte fortsetzen, kann dies schwere Folgen für Mensch und Natur haben („Stirbt die Biene, stirbt der Mensch“). Folgen sind schon jetzt zu beobachten, z.B. das Vogelsterben (Rückgang der Anzahl der Brutpaare deutschlandweit um 13% zwischen 1998 und 2009, neue Zahlen dazu erst 2019), das nach Ansicht des Naturschutzbund Deutschlands u.a. durch das Insektensterben mitverursacht wird.

Die EU vollzieht jetzt mit dem Verbot von drei Neo-Nicotinoiden erste Schritte gegen das Insektensterben. Die Stadt Karlsruhe setzt schon heute auf öffent­lichen Flächen keine Pestizide ein. In der Landwirtschaft in Karlsruhe geschieht dies aber weiterhin. Die kommunale Ebene sollte unserer Ansicht nach stärker tätig werden, Fluginsekten zu unterstützen.

Die PARTEI Baden-Württemberg macht aktuell mit der Veranstaltungsreihe „Die PARTEI besamt’s Ländle!“ auf das Insektensterben aufmerksam und regt die Menschen dazu an, Gärten, Grün- und Brachflächen mit der Aussaat entsprechender Blumen insektenfreundlich zu gestalten. Die Grünen-Gemeinderatsfraktion hat das Insektensterben mit dem Antrag „Bienen schützen – Masterplan für Biodiversität“ im Juni 2017 im Karlsruher Gemeinderat thematisiert.

In der Naturschutzbeirat- und AUG-Sitzung am 3. Mai dieses Jahres wurde deutlich, dass es aus den Reihen des Gemeinderats den Willen gibt, im kommenden Haushalt mehr Mittel bereitzustellen, um die Grünflächenpflege insektenfreundlich zu gestalten. Um effektive und effiziente Maßnahmen zu identifizieren, ist eine Vorbereitung durch die Fachämter notwendig.

 

Unterzeichnet von:

Erik Wohlfeil
Max Braun
Michael Haug
Uwe Lancier

Antragsverlauf

18.05.2018
Antrag
14.06.2018
Pressemitteilung
19.06.2018
Stellungnahme der Verwaltung
19.06.2018
Beschluss des Gemeinderates
Verwiesen in den Fachausschuss
Beitragsbild: CC0 License from Pexels.com

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