Ökologische Qualität der Karlsruher Fließgewässer, insbesondere der Alb

Ökologische Qualität der Karlsruher Fließgewässer, insbesondere der Alb

Anfrage

  1. Nach den Angaben der LUBW ist der ökologische Gesamtzustand gemäß den Kriterien der EU-Wasserrahmenrichtlinie, insbesondere bei der Alb unbefriedigend. Was unternimmt die Stadt und was plant sie, um den Zustand zu verbessern?
  2. Wie ist der Null-Wert der Gewässergüte, also die Belastung direkt an der Quelle der Karlsruher Fließgewässer und wie der Wert an der Stelle, wo die Fließgewässer in Karlsruhe einfließen?
  3. Welche Neozoen und Neophyten treten in welchen Karlsruher Fließgewässern auf? Bei welchen Arten ist eine starke Zunahme bzw. Ausbreitung erkennbar? Welche Maßnahmen sieht die Verwaltung, diese Arten zurückzudrängen und welche Finanzmittel wären dafür nötig?
  4. In welchen Fließgewässern Karlsruhes gibt es Belastungen durch Pflanzenschutzmittel und Pflanzendünger und wie stark sind diese? (aufgeschlüsselt nach Gewässerabschnitten samt Entwicklung seit 2000)?
  5. Welche Erkenntnisse liegen über die Wasserqualität der Alb (alle Parameter) bei den Rüppurrer Wiesen vor?
  6. Sind Karlsruher Fließgewässer durch Mikroplastik belastet? Wenn ja, durch welche und wie stark? Ist ein zu- oder abnehmender Trend der Belastungen erkennbar?

Sachverhalt / Begründung:

Insgesamt 92 Prozent aller Flüsse und Seen in Deutschland sind in einem beklagenswerten Zustand (BUND-Gewässerreport vom 16. Mai 2018). In 93 Prozent der deutschen Bäche und Flüsse leben nicht mehr die Tiere und Pflanzen, die man dort eigentlich vorfinden müsste (vgl. Bundestag-Drucksache 19/1415). Außerdem sind vier von fünf Gewässern in ihrer Struktur deutlich bis vollständig verändert. In einem nach EU-Richtlinien ökologisch guten Zustand sind noch 6,6 Prozent der Fließgewässer, als sehr gut kann der Zustand in 0,1 Prozent der Fälle bezeichnet werden. KULT möchte wissen, ob dieser Befund der schlechten ökologischen Fließgewässerqualität auch in Karlsruhe zutrifft. Über den Datendienst der LUBW sind keine Daten zur Gewässergüte abrufbar.

Das Ökosystem Fluss ist derzeit akut bedroht und verdient Schutz, da es u.a. ein wichtiger Garant der Artenvielfalt ist. In Karlsruhe liegt die Alb in einem Natura 2000-Gebiet. Gleichzeitig durchfließt die Alb Gebiete in Karlsruhe, die intensiv landwirtschaftlich genutzt werden. Somit ist ein Schadstoff- und Düngemitteleintrag nicht unwahrscheinlich. Deshalb sollte von Amts wegen auf die Wasserqualität dieser Lebensader wie auch auf die der restlichen Fließgewässer geachtet werden.

Unterzeichnet von:

Erik Wohlfeil
Max Braun
Michael Haug
Uwe Lancier

Anfrageverlauf

16.05.2018
Anfrage
19.06.17.07.2018
Stellungnahme der Verwaltung
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Beitragsbild: Philipp Hetzler

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