Verbesserung der Ladeinfrastruktur – Laternenmasten zu Stromtankstellen

Verbesserung der Ladeinfrastruktur – Laternenmasten zu Stromtankstellen

Antrag

Der Gemeinderat beauftragt die Stadtwerke Karlsruhe (SWK), im Rahmen der Modernisierung und bei Neuaufstellung von Laternenmasten zu prüfen, ob diese gleichzeitig als Stromtankstellen für Elektro-Fahrzeuge dienen können.

Es soll dabei geprüft werden:

  1. Welche Leuchtstellen in Karlsruhe können die Stadtwerke kostengünstig und technisch einfach zu leuchtenden Stromtankstellen umrüsten?
    Alternativ: Können die SWK in Kooperation mit der EnBW das Projekt mit SM!GHT-Leuchten höherer Leistung (35 kW plus) umsetzen?
  2. Zielvorgabe der Kommunalpolitik für den ersten Ausbauschritt:
    a) Ein „flächendeckendes“ Ladeangebot in jedem Straßenblock schaffen, so dass kein E-Mobil liegenbleiben muss.
    b) Priorisierung nach technischen Möglichkeiten und regelmäßige Evaluierung des Bedarfs.
    c) Abrechnung mit allen üblichen Bezahlsystemen ermöglichen.
  3. Welche Kosten sind mit dem ersten Ausbauschritt verbunden?

Sachverhalt / Begründung:

Die Stadt hat sich mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) unter den Leitfokus „Umweltstadt 2020“ und „Technologiestadt 2020“ den Schwer­punkten „eMobility/Automotive-Forschung“ und einer energieeffizienten, klimaangepassten Stadt verschrieben. In diesem Zuge fördert Karlsruhe auch Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten für alle Aspekte von innovativen Energien, um einen umweltverträglicher Stadtverkehr zu schaffen. Um Mobilität und Umweltfreundlichkeit mit dem Stadtbild in Einklang zu bringen, bietet die E-Mobilität eine Teillösung innerhalb eines Bündels von Maßnahmen. Die SPD-Fraktion stellte im April dieses Jahres den Antrag auf „Flächendeckende Einrichtung von E-Ladestationen in Karlsruhe“ (vgl. Vorlagen-Nr.: 2017/0189). An diesen Antrag knüpft die KULT-Fraktion an und legt ‑ unter Beachtung der Erfahrungen von großen Flottenbetreibern und privaten E-Mobil-Nutzern ‑ das Augenmerk auf die infrastrukturelle Unterstützung der Nutzer.

Laternen sind Tag und Nacht an das Stromsystem angeschlossen, bilden ein flächendeckendes, umfassendes Netz entlang der Straßen. Die SWK unterhalten derzeit 37.700 Leuchtstellen. In vielen Städten wird diese Energieinfrastruktur bereits zusätzlich für E-Mobilität genutzt (in Karlsruhe bisher nur am peripheren Turmberg). Die RWE hat im vergangenen Jahr deutschlandweit insgesamt 17.773 eigene Leuchtstellen ermittelt, die für eine Umrüstung infrage kämen. Außerdem ist die Ladelaterne kostengünstiger (Umrüstungskosten rund 600 Euro) als herkömmliche freistehende Ladesäulen (rund 10.000 Euro in der Anschaffung).

Im städtischen Raum fehlen bei vielen Wohneinheiten personalisierte Park­plätze oder hauseigene Tiefgaragen. Die Anwohner parken ihre PKWs deshalb entlang der Straße. Ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept muss hier ansetzen, um die Anschaffung eines E-Autos überhaupt erst praktisch möglich zu machen. In kleinteiligen Wohngebieten limitiert die Leistungsfähigkeit des Niederspannungsnetzes derzeit das Laden von E-Mobilen mit 11, 22 oder mehr kW. Die SWK wollen ohnehin bei Neuverlegungs- oder Modernisierungsmaßnahmen das Stromnetz zukunftssicher für höhere Leistung (Skalierbarkeit) auslegen.

Bei der technischen Umsetzung können sich die SWK an Pilotprojekten orientieren: In Leipzig besteht die Technologie in den Ladestationen aus modular kombinierbaren Komponenten. Damit ist es möglich, die Lademodule in alle gängigen Straßenlaternen, aber auch in anderes Stadtmobiliar oder in herkömmliche Ladeboxen zu integrieren. Das Projekt läuft dort in Kooperation mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Eine ähnliche Partnerschaft ist zwischen den SWK, dem KIT und weiteren ortsansässigen Forschungsbetrieben anzustreben.

Zur Abrechnung beim Laden müssen sich alle marktgängigen Abrechnungsarten wählen lassen. Das Angebot soll sich vor allem an Einwohner, aber auch an Besucher der Stadt wenden. Deshalb ist auch die Ausweitung auf die City in Betracht zu ziehen: Besucher mit E-Mobil wollen auf keinen Fall in der Innenstadt ohne Strom liegenbleiben ‑ daher fordert KULT auch dort Schnellladestationen.

Unterzeichnet von:

Erik Wohlfeil
Michael Haug
Uwe Lancier
Max Braun

Antragsverlauf

23.11.2017
Antrag
23.01.2018
Stellungnahme der Verwaltung
PDF Download
23.01.2087
Beschluss des Gemeinderates

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