Modernisierung Turmbergbahn: Autonom fahrende Busse

Modernisierung Turmbergbahn: Autonom fahrende Busse

Antrag

Der Gemeinderat beauftragt die städtische Tochter VBK, im Rahmen der Erneuerung der Betriebsgenehmigung und der Modernisierung der Turmbergbahn zu prüfen, ob ein autonomer elektrischer Kleinbus im Pendelbetrieb die Verbindung zwischen Straßenbahn in Durlach und Turmbergbahn herstellen kann.

Es soll dabei geprüft werden:

  • Kann der Kleinbus selbst Teil des Standseilbahnbetriebs werden und dadurch den Gäste ein umsteigen ersparen?
  • Alternativ: Falls der Kleinbus durch die Bahn geliftet werden kann, könnte dieser an der Bergstation ausfahren und dort Ziele anbinden – insbesondere die Sportschule Schöneck, gern auch weitere?

Sachverhalt / Begründung:

Die Betriebsgenehmigung der ältesten Standseilbahn Deutschlands läuft nach 120 Jahren Betrieb aus und lässt sich nur nach einer umfassenden Erneuerung wieder erlangen. Die Karlsruherinnen und Karlsruher (vor allem aus Durlach) lieben ihre Turmbergbahn. Gemeinderat wie VBK wollen das Wahrzeichen erhalten.

Obwohl für eine Anbindung an den ÖPNV erforderlich, lassen Kosten und angenommene Auslastung eine konventionelle Busanbindung zwischen KVV-Linien und einer renovierten Bahn kaum wirtschaftlich erscheinen. Eine Verlängerung der Bahn bis an den Fuß des Berges wäre noch deutlich teurer und ein massiver Eingriff in den dortigen Grünstreifen.

Ein autonomer, bedarfsorientierter und elektrischer Buspendeldienst könnte hier eine wirtschaftliche Alternative sein. Es wäre eine nur sehr geringe infrastrukturelle Maßnahme und dank personalfreiem Einsatz im Betrieb günstig; zudem praktisch rund um die Uhr einsatzbereit (ÖPNV-On-Demand). Der Betrieb würde mit dem begrenzten Verkehrsraum in der Allee der Turmbergstraße auskommen und zudem dem Stadtteil eine abgasfreie und geräuscharme Einbindung in das Netz des ÖPNV schenken.

Würde die Standseilbahn zusätzlich den kompletten autonomen Kleinbus als Lifter dienen, so ersparte dies den Fahrgästen auch das Umsteigen. Eventuell könnte der KVV dann auf die Ausstattung der neuen Turmbergbahn mit eigenen Wagen verzichten. Die Liftfahrt könnte dem Laden der Busbatterien dienen und so einen pausenlosen Betrieb ermöglichen. Karlsruher und Gäste hätten damit auch eine barrierefreie ÖPNV-Anbindung in das Naherholungsgebiet Turmberg, mit der dann auch mobilitätseingeschränkte Fahrgäste und solche mit Kinderwagen die Spazierwege und Gastronomie autofrei erreichen.

Mit einer Ausfahrt an der Bergstation könnte der autonome Kleinbus dann auch die Sportschule Schöneck anbinden, die Tagungsräume für 280 Personen gesamt hat und mit etwa 35.000 Übernachtungen/Jahr Karlsruhes größter Herbergsbetrieb ist. Die Gäste könnten von der Straßenbahn direkt zur Sportschule Schöneck fahren, ohne Fußwege und Umsteigen.

Alternativ könnte der autonome Kleinbus das hügelige Areal nordöstlich der Talstation (Turmbergstraße, Kastellstraße etc.) kostengünstig für Ältere und Kinderwagen erschließen.

Ein solcher Buspendeldienst wäre nicht nur eine preiswerte Lösung in Herstellung und Betrieb. Sie wäre auch eine clevere Synergie aus Erhalt unseres historischen Erbes und einem zukunftsweisenden Transportsystem – der TechnologieRegion Karlsruhe angemessen und eine passende Ergänzung zum gerühmten Karlsruher Modell.

Unterzeichnet von:

Erik Wohlfeil
Uwe Lancier
Lüppo Cramer
Michael Haug
Max Braun

Antragsverlauf

21.11.2017
Stellungnahme der Verwaltung
21.11.2017
Beschluss des Gemeinderates
mehrheitlich abgelehnt.
Ja: 5, Nein: 38, Enthaltungen: 1

4 comments

    • Philipp Hetzler - Antworten

      Hallo Armin Seideneder,
      tut uns leid, aber dass die Freunde der Turmbergbahn die gleiche Idee hatten, wussten wir nicht. Wir kannten bisher Ihren Facebook-Auftritt gar nicht. Es freut uns aber zu hören, dass Sie bei der gleichen Fragestellung zu derselben Lösung gefunden haben. Zur etwa gleichen Zeit wie Sie, im Juli dieses Jahres , kam unser ALT-Stadtrat Eberhard Fischer mit der Idee. Einen Ortstermin hatten wir dann im August. Und jetzt sind wir gespannt, wie der Karlsruher Gemeinderat auf diesen Antrag reagieren wird!

      Wie Sie sehen, sind wir durchaus für unkonventionelle Ideen zu haben. Diese können einfach über das Portal https://openantrag.de/karlsruhe an uns gerichtet werden.

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